„Ich arbeite meine Erfahrungen als Pflegemutter auf.“
„Ich arbeite an einem Buchprojekt.“
„Ich schreibe ein Sachbuch.“
Es dauerte zwei Sätze und ein Jahr, bis ich den letzten Satz aussprechen konnte. Wenn du den Satz gegenüber einer anderen Person ausgesprochen hast, weckst du Erwartungen – bei den anderen, aber vor allem bei dir selbst. Vielleicht ist es sogar ein leichter Druck. Denn fortan werden dich die meisten regelmäßig fragen: Und? Wie kommst du voran mit deinem Buch? Du willst natürlich nicht jedes Mal erzählen, dass du an deinem Inhaltsverzeichnis herumfrickelst.
Es ist gut, so nach außen zu gehen, obwohl es für einen Neuling wie mich beängstigend ist. Was, wenn es nicht klappt? Was sage ich dann? „Es wird einfach nicht passieren, dafür ist mir mein Buch mir zu wichtig.“ Das ist der Satz, den ich meiner inneren Kritikerin entgegenhalte.
Die innere Kritikerin muss übrigens ständig in Schach gehalten werden. Man kann sie praktischerweise in Schreibübungen einbeziehen. Es gibt das Free Writing, um am Morgen erstmal den Schreibmuskel zu lockern. Man schreibt einfach drauflos, ohne nachzudenken, zu korrigieren und den Stift abzusetzen. Ein Anfangssatz könnte sein: Wie wirst du die Veröffentlichung deines Buches feiern? Du hast die innere Kritikerin einfach ignoriert, dir noch nicht einmal die Mühe gemacht, auf ihre Argumente einzugehen.
Kennst du auch die innere Kritikerin? Wie bringst du sie zum Schweigen?