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Dieses „Einfach-Los-Schreiben“, wenn du ein Buch verfassen willst – gibt es ganz selten. Oder jedenfalls nicht in der Kombination mit „Einfach-Zuende-Schreiben“. Hinderlicherweise hatte ich genau dieses Bild im Kopf: Genialer Mensch setzt sich hin und schreibt seine Geschichte herunter. Früher dachte ich sogar, dass man besser schreibt, wenn man dabei trinkt oder raucht. (Endete damit, dass ich müde wurde, null kreativ war und mich frustriert-beschwipst ins Bett legte.)

Naja – dieses Bild vom genialen, einsamen, meist männlichem Schreiber ist auch so ein patriarchalisches Relikt. „Als ich anfing, Erwachsenenliteratur zu lesen, waren alle wichtigen Autoren Männer – und­­ tot. Damals habe ich das gar nicht hinterfragt, aber für mich war klar, dass man als lebende Frau eigentlich nicht Autorin sein kann. Und als mein erster Roman fertig war, fiel das plötzlich in die Zeit des sogenannten Fräuleinwunders.“

Genauso wie Juli Zeh, zitiert aus der Süddeutschen Zeitung vom 25. Juni 2026, ging es mir auch. Und offenbar vielen Kritiker*innen. Sonst hätten sie nicht dieses bescheuerte Wort kreiert: Dass es sich nur um ein (temporäres) Wunder handeln kann, wenn Frauen und noch dazu jüngere schreiben…

Bei mir kam noch die Vorstellung hinzu, dass Schriftsteller ganz stark am Leben leiden müssen, sonst können sie nicht schreiben. Ich diagnostizierte mir schon sehr früh, dass das Leid in meinem Leben nicht ausreicht für eine kreative literarische Leistung.

Geht es euch ähnlich? Oder anders? Welche inneren Bilder von Autor*innen habt ihr? Ich bin neugierig auf eure Meinungen.